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Routine im Führungsverhalten

23.03.2016


Wie bequem ist Ihr Führungssessel?

Der Alltag der Führungskraft ist oft von Routinen im Führungsverhalten geprägt. Jeden Tag die gleichen Formulierungen im Mitarbeitergespräch nutzen, auf die gleiche Weise Entscheidungen treffen und Informationen auf dem gleichen Weg übermitteln, ist für Führungskräfte nicht ungewöhnlich. Das fühlt sich an, wie in einem bequemen Sessel zu sitzen. Ein Sessel, der genau die richtige Polsterung und Form hat und der sich schon an die Sitzgewohnheiten der Führungskraft angepasst hat. Fragen Sie sich manchmal als Führungskraft, wie hoch Ihre Bereitschaft ist, aufzustehen und Ihr Führungsverhalten zu verändern?

Routinen führen zur Ausschüttung von Endorphinen im menschlichen Gehirn, was uns glücklich macht. Veränderungen hingegen werden im Gehirn durch das limbische System verarbeitet. Diese Region des Gehirns versucht, Sie vor allen potentiellen Gefahren zu schützen und zwar mit dem Ziel, dass Sie überleben. Da Sie nicht wissen, was passiert, wenn Sie mal anders auf Ihre Mitarbeiter zugehen und Ihre alten Routinen im Führungsverhalten verändern, schlägt das limbische System Alarm.

Achtung, Achtung, Gefahr!

Die Konsequenz daraus ist, dass Sie davor zurückschrecken, sich in eine neue Situation zu begeben, da sich durch die angebliche Gefahr Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit breit machen. Sie weigern sich sozusagen, aus Ihrem bequemen Sessel aufzustehen. Aber manchmal muss man über seinen eigenen Schatten springen und sich verändern, um sich weiterzuentwickeln. Auch wenn man zuerst unzufriedener zu sein scheint als zuvor mit den sicheren Routinen im Führungsverhalten, ist es der erste Schritt zum Erfolg.

Häufig blenden wir Sachverhalte, die wir nicht sehen wollen und die eine Veränderung benötigen, einfach aus. Es ist hilfreich, sich zu fragen: Warum könnte ich mich ändern wollen? Warum wäre es gut für mich persönlich als Führungskraft, neue Routinen im Führungsverhalten zu entwickeln?

Reflektieren Sie Ihr eigenes Verhalten als Führungskraft. Versuchen Sie, vielleicht nicht in erster Linie Ihre Mitarbeiter zu verändern, sondern brechen Sie Ihre eigenen Routinen im Führungsverhalten! Das funktioniert natürlich nur Schritt für Schritt.

Reflektion zu Ihren persönlichen Routinen im Führungsverhalten

Genauso wie aus dem alten Sessel aufzustehen, kostest es auch Kraft, sich neue Gewohnheiten anzueignen und neue Routinen im Führungsverhalten auszubilden. Beispielsweise häufiger das persönliche Gespräch mit Mitarbeitern suchen, Ihren Mitarbeitern mehr Freiheiten gewähren, Ziele konkreter kommunizieren etc.  Sie brauchen einen Grund, der Sie dazu bringt, Ihre Energie für Veränderungen zu nutzen, einen Anstoß. Hilfreich können folgende Fragen sein:

  • Wovor haben Sie konkret Angst? Was könnte im schlimmsten Fall passieren, wenn Sie Ihre Routinen im Führungsverhalten ändern?
  • An welcher Stelle haben Sie tief innerlich das Gefühl, Sie könnten etwas verbessern?
  • Was wäre der erste Schritt, den Sie tun müssen, um neue Routinen im Führungsverhalten zu brechen?
  • Was würden Sie dazulernen?
  • Welche Vorteile bringt Ihre persönliche Veränderung als Führungskraft für Ihre Mitarbeiter?
  • Inwieweit würde eine Veränderung der bestehenden Routinen in Ihrem Führungsverhalten die Arbeit erleichtern?

Warten Sie nicht darauf, dass der alte Sessel zusammenbricht, bevor Sie aufstehen, sondern erheben Sie sich bewusst und gehen die Veränderung an!

Die Reflektion über Ihre Veränderungsbereitschaft als Führungskraft hilft Ihnen, Ihre derzeitige Situation zu definieren und auf nicht mehr zeitgemäße Routinen im Führungsverhalten aufmerksam zu werden.  

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