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Wie Sie als Führungskraft Frühwarnzeichen von Konflikten mit allen Sinnen erkennen können.

03.03.2016

Die fünf Sinne, deren Entstehung vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren begann, sind ursprünglich unsere Überlebensinstrumente. Diese naturgegebenen Empfindungen können aber auch helfen, den Umgang mit Auseinandersetzungen zu vereinfachen. Sie müssen sie nur als Führungskraft nutzen, um Frühwarnzeichen von Konflikten zu erkennen. Es gibt unzählige Frühwarnzeichen von Konflikten, die Sie mit Ihren Sinnen – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken – wahrnehmen können.  Sie fragen sich jetzt vielleicht: „Was haben Konflikte mit Schmecken zu tun?“. Gleich werden Sie es erfahren.

Auseinandersetzungen kommen in verschiedenen Formen vor: mit oder zwischen Ihren Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Kunden etc. und können ganz vielfältige Ursachen haben. Ihnen kommt wahrscheinlich direkt der letzte Konflikt in den Sinn, den Sie austragen mussten. Wahrscheinlich hat dieser Sie nicht nur viel Arbeitszeit gekostet, sondern auch Nerven. Die Stimmung hat sich in den Keller verabschiedet und Ihre Motivation als Führungskraft ist gleich hinterher. Konflikte sind nicht zu vermeiden, aber die damit verbundenen Kosten können durch das Erkennen von Frühwarnzeichen der Konflikte ganz einfach minimiert werden.

Bei jedem Menschen sind die einzelnen Sinne und somit die Wahnehmungsmöglichkeiten unterschiedlich entwickelt. Einige von uns nehmen mehr die visuellen Frühwarnzeichen von Konflikten wahr, die Anderen konzentrieren sich auf das Auditive.

Frühwarnzeichen von Konflikten visuell erkennen

Die bedeutendsten Frühwarnzeichen von Konflikten können Sie sehen. Durch das Beobachten von Gesichtsausdrücken können Sie eine Menge über Ihre Mitarbeiter erfahren, denn wir Menschen sind nicht nur in der Lage, uns unendlich viele verschiedene Gesichter zu merken, sondern auch die kleinsten Veränderungen der Mimik zu erkennen und zu deuten. So kann der Mensch beispielsweise 180 verschiedene Varianten eines Lächelns unterschieden.

Doch nicht immer sind die empfundenen Reize so stark, der Lichtstrahl so hell, dass der Impuls uns direkt bewusst wird. Lernen Sie hinter die Kulissen zu schauen, um auch die unauffälligsten Veränderungen der Mimik zu erkennen.

  • Ist die Körpersprache Ihrer Mitarbeiter ablehnend?
  • Ist der Gesichtsausdruck oft angespannt?
  • Merken Sie hier und da das Augenrollen?
  • Rümpfen Teammitglieder häufig die Nase oder ziehen die Augenbrauen hoch? 
  • Gibt es Mitarbeiter, die sich sozial zurückziehen?
  • Wie sieht die Leistungskurve aus?

Ihre Beobachtungsfähigkeit ist gefragt. Sehen Sie sich die Details an und erkennen Sie die Frühwarnzeichen von Konflikten direkt in der Mimik Ihrer Mitarbeiter.

Frühwarnzeichen von Konflikten auditiv erfassen

Schallwellen erzeugen Schwingungen, welche die Grundlage des Hörens darstellen. Im menschlichen Ohr befinden sich dafür ca. 3.500 mikroskopisch kleine Haarzellen, die uns bei der Erkennung von Tonhöhen helfen und uns 340.000 verschiedene Töne unterscheiden lassen. Als Führungskraft, können Sie Frühwarnzeichen von Konflikten aber nicht nur durch die Schallwellen, welche beispielsweise durch eine Tür erzeugt werden, die wutentbrannt zugeschlagen wird, wahrnehmen, sondern auch durch Schwingungen zwischen Ihren Mitarbeitern.

  • Fallen sich Ihre Teammitglieder häufig ins Wort?
  • Herrscht ein Kompetenzgerangel zwischen zwei Teammitgliedern?
  • Wird mit einem „scharfen“ Umgangston miteinander kommuniziert?
  • Hat sich vielleicht der Tonfall ein wenig verändert und ist sarkastisch geworden?
  • Fallen häufig Sätze wie: „Hast du schon gehört, dass...“, welche die Gerüchteküche zum brodeln bringen?
  • Herrscht ein „eisiges“ Schweigen im Büro oder im Meeting?

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter hören, was Sie als ihre Führungskraft denken, was Sie stört, dann wird Ihr Team auch auf Sie zukommen und von Ihren Problemen erzählen, dann werden Ihnen eine Menge Frühwarnzeichen von Konflikten automatisch zugetragen. Hören Sie interessiert zu und fragen Sie nach, wenn Sie Worte gehört haben, die so zwischen den Zeilen gefallen sind. Nachfragen bringt Klarheit in die Situation und hilft einzuschätzen, wo das Problem liegt.

Frühwarnzeichen von Konflikten fühlen und spüren


(Bildquelle: goosebumps - © physicsgirl - pixabay.com)

Die Haut ist ein Sinnesorgan, an dem Sie sich ein Beispiel nehmen können. Sie beinhaltet unendlich viele Zellen, die alle möglichen Dinge wahrnehmen können, dazu zählen u.a. Druck, Vibrationen, Kälte und Wärme. Auch Objekte können bei Berührungen, besonders mit den Fingerspitzen, die bis zu 40 mal empfindlicher sind als der Rest des menschlichen Körpers,  direkt eingeschätzt werden. Nutzen Sie Ihr Fingerspitzengefühl auch gegenüber Ihren Mitarbeitern. So können Sie viele der Eigenarten oder Frühwarnzeichen von Konflikten auch sehr schnell erfassen und individuell auf Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter eingehen.

Aber gehen Sie auch in sich und hören auf Ihr Bauchgefühl. Wenn dies Ihnen sagt „Da stimmt etwas nicht“, wie gehen Sie damit um? Benennen Sie Emotionen, auch wenn sie nur einen Sekundenbruchteil andauern. Frühwarnzeichen von Konflikten können zum Beispiel sein: Misstrauen oder Wut über ein Verhalten. Es kann auch Ärger sein oder die Irritation Ihres Mitarbeiters über eine Aussage oder eine Anmerkung eines anderen. Oder wenn es um Sie persönlich als Führungskraft geht, kann es eine Anmerkung Ihres Chefs sein, falls Sie sich in einer Sandwich-Position befinden. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen gleich tun und Ihnen viele Frühwarnzeichen von Konflikten offenbaren.

Schenken Sie Ihrem Team und den Gefühlen Aufmerksamkeit.

  • Erkennen Sie Provokationen und Ignoranz im Verhalten Ihrer Mitarbeiter?
  • Werden Sie selbst als Führungskraft innerlich unruhig?
  • Werden Ihre Mitarbeiter im Gespräch mit Ihnen unerwartet ungeduldig oder nervös?

Es lohnt sich, diese möglichen Frühwarnzeichen von Konflikten offen anzusprechen.

Frühwarnzeichen von Konflikten und der Geruchssinn

Sind Sie eher der olfaktorische Typ, dann gehen Sie immer der Nase nach auf die Suche nach Frühwarnzeichen von Konflikten. Die 30 Millionen Riechzellen und 350 verschiedenen Rezeptoren in der Nase sorgen dabei dafür, dass der Mensch mehrere Tausend Gerüche unterscheiden kann. Riechen ist stark mit Emotionen, Erinnerungen und Assoziationen verbunden und somit ein sehr individuelles Erlebnis. Die gleiche Situation ruft somit bei Menschen ganz unterschiedliche Reaktionen hervor. Es ist wichtig darauf zu achten, dass sich alle Mitglieder Ihres Teams „riechen“ können.

  • Wird im Team eine übertriebene Fehlersuche veranstaltet?
  • Konzentriert sich ein Mitarbeiter ausschließlich auf eine rein sachliche Kommunikation mit Ihnen oder anderen Teammitglieder, womöglich nur per E-Mail?
  • Wie werden neue Kollegen aufgenommen?
  • Gibt es Außenseiter?
  • Melden sich bestimmte Mitarbeiter häufig krank?
  • Sprechen alle Teammitglieder miteinander oder meiden sich zwei besonders häufig?

Achten Sie auf die Strukturen, Umgangsformen und Rollenverteilungen in Ihrem Team. Gehen Sie der Ursache auf den Grund, wenn Ihnen auffällt, dass Kollegen sich mehr und mehr aus dem Weg gehen. Beweisen Sie als Führungskraft ein feines Näschen für Frühwarnzeichen von Konflikten.

Frühwarnzeichen von Konflikten liegen auf der Zunge

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten und dass nicht jedem Mitarbeiter jede Entscheidung gleich gut schmeckt, ist auch klar. Meinungsverschiedenheiten sind jedoch nicht immer gleich eine Ursache für heftige Konflikte und benötigen nicht immer ein Einschreiten des Chefs, allerding können auch sie Frühwarnzeichen von Konflikten sein.

Für das perfekte Geschmackserlebnis müssen alle 5 Geschmacksrichtungen gleichzeitig angesprochen werden - süß, sauer, salzig, bitter und umami (herzhaft). Außerdem hängt es auch von der Stimmung ab, wie gut uns eine Speise schmeckt. Je besser wir drauf sind, desto besser schmeckt es uns. Für das perfekte Betriebsklima müssen auch alle unterschiedlichen Mitarbeiter gleichzeitig zufrieden und gut drauf sein.

  • Kennen Sie die individuellen Bedürfnisse Ihres Teams?
  • Erkennen Sie untypisches Verhalten?
  • Wie sind die Reaktionen auf Veränderungen?
  • Nehmen Sie den bitteren Beigeschmack der vorenthaltenen Informationen wahr?
  • Wissen Sie, was Ihren Mitarbeitern schmeckt?

Beobachten Sie ebenfalls, ob Kollegen sich das Mittagessen gemeinsam schmecken lassen oder ob sie ihre Pause lieber allein verbringen. Sich aus dem Weg zu gehen, ist ein sehr eindeutiges Frühwarnzeichen eines Konflikts.

Eine gute Idee wäre auch ein gemeinsames Essen in einer anderen Umgebung, z.B. in einem Restaurant, um Ihr Team besser kennenzulernen. In einer lockeren Situation sprechen Ihre Mitarbeiter auch offener über Probleme oder Störfaktoren. Die Arbeit in Ihrem Team sollte nach mehr schmecken.

Umgang mit Frühwarnzeichen von Konflikten


(Bildquelle: brain - © johnhain - pixabay.com)

Die vielfältigen Eindrücke, die Sie nun mit Hilfe Ihrer Sinne gesammelt haben, müssen, wie es bei der natürlichen Wahrnehmung blitzschnell durch das Gehirn geschieht, noch zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Dabei ist es wichtig, wirklich die Erkenntnisse aller Sinne bei der Erkennung der Frühwarnzeichen von Konflikten miteinfließen zu lassen. Und nicht sofort aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Jeder kennt wohl die Situation, erkältet zu sein und wegen eines Schnupfens nicht mehr richtig schmecken zu können. Die Wahrnehmung ist eine ganz andere, wenn nicht alle Sinne genutzt werden. Vielleicht war auch bei Ihnen ein Sinn blockiert und Sie haben beispielsweise bisher nicht genug zugehört, dadurch sind Ihnen einige Frühwarnzeichen für Konflikte nicht aufgefallen. Also nutzen Sie alle Sinne, um auch die Anzeichen von Konflikten früher und besser zu erkennen.

Reflektieren Sie einfach: Wie gehen Sie momentan mit Frühwarnzeichen von Konflikten um? Haben Sie eine Situation beobachtet, die sich bald in eine heftige Auseinandersetzung verwandeln kann? Wenn ja, versuchen Sie die Frühwarnzeichen eines Konflikts anzusprechen, zu klären, und die Ursache somit so früh wie möglich zu eliminieren. Nicht nur das Betriebsklima wird sich verbessern, auch haben Ihre Mitarbeiter mehr Zeit, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren, wenn der Konflikt schnell und vielleicht als kleines Missverständnis aus dem Weg geräumt wird. Der Klärungsaufwand, der bei einem verhärteten Konflikt enorm ausfallen kann, wird durch die offene Kommunikation über die Frühwarnzeichen von Konflikten minimalisiert, Ihre Mitarbeiter tragen keine Unsicherheit mit sich und dadurch vermeiden Sie Stress.

Es lohnt sich also, Ihre Sinne als Führungskraft zu schärfen und achtsam zu sein, um Frühwarnzeichen von Konflikten zu erkennen.

Weiterführende Seminare:

0301 Seminar: Konfliktprävention im B2B-Kundenkontakt

0302 Seminar: Beschwerdemanagement in der Kundenkommunikation.