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Internationale Kommunikation: Sicherer Umgang mit internationalen Geschäftspartnern im Business-Meeting

23.09.2015

Sicherer Umgang mit internationalen Geschäftspartnern im Business-Meeting

Die internationale Kommunikation im Geschäftsleben bekommt eine zunehmende Bedeutung durch die Globalisierung und Internationalisierung. Der Kontakt zwischen Personen unterschiedlicher Kulturen und die internationale Kommunikation nehmen durch die globale Arbeitsteilung, die Mobilität und die Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien immer mehr zu. Für Führungskräfte, die international agieren, haben wir ein paar Tipps für einen sicheren Umgang mit Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern im internationalen Umfeld zusammengestellt.

Bestimmte Voraussetzungen sollen internationaltätige Führungskräfte und Geschäftsleute für eine erfolgreiche internationale Kommunikation auf jeden Fall mitbringen. Die Bereitschaft zur Feinfühligkeit, Flexibilität und dem Verständnis anderer Verhaltensweisen und Denkmuster sind in der internationalen Kommunikation von Vorteil, da die Wahrnehmung unterschiedlich verläuft und häufig selektiv geschieht. Des Weiteren ist die Interpretation von Verhalten und Gesten bei jedem Menschen verschieden. Eine besondere Rolle spielt auch die Fähigkeit der Transparenz. Die Geschäftsleute müssen ihren eigenen Standpunkt im internationalen Kommunikationsaustausch vermitteln können, außerdem verstanden und respektiert werden. In manchen Fällen stellt es eine Schwierigkeit dar.

Insbesondere kommt es auf die situativ angepasste Ausgewogenheit an zwischen den Kenntnissen und Erfahrungen bezüglich den anderen Kulturen, Personen und Verhaltensweisen. Die Neugierde, die Offenheit und das Interesse, sich auf andere Kulturen und Personen einzulassen, hat höchste Priorität. Die Fähigkeit, sich ins Gegenüber hineinzuversetzen, und das richtige Deuten der Gefühle und Bedürfnisse anderer erfordern ein Maß an vorhandener Empathie und dem geschickten Einfühlungsvermögen. Mit der Selbstsicherheit, dem Selbstbewusstsein, der emotionalen Stabilität und der Kenntnis der eigenen Stärken, Schwächen und Bedürfnissen gelingen der kritische Umgang mit eigenen Vorurteilen und die Reflexion von Stereotypen gegenüber anderen Kulturen, Personen und Verhaltensweisen.  

Im 21. Jahrhundert müssen sich die Mitarbeiter, Führungskräfte und Unternehmen in mehreren kulturellen Welten zurechtfinden, um erfolgreich zu agieren und Geschäfte durchführen zu können. Die interkulturelle Kommunikation besteht aus einer Zusammenarbeit mit Menschen mit unterschiedlichen Denkmustern und kulturellen Hintergründen. Außerdem treffen im Geschäftsleben verschiedene Kommunikations-, Verhandlungs- und Führungsstile aufeinander. Es gibt viele verschiedene Business-Regeln, um bestimmte Strapazen beim internationalen Business-Meeting zu vermeiden. Die wichtigsten aus Russland, den USA und China haben wir zusammengestellt.

Business-Knigge und internationale Kommunikation mit russischen Geschäftspartnern

Добро пожаловать в России!

Herzlich Willkommen in der Russischen Föderation!


(Bildquelle: St. Basil's Cathedral on Red Square in Moskau, Russia. - © dimbar76 - fotolia.de No. 68278327)

Begrüßung:
Bei der Begrüßung spielen die Nähe und der Körperkontakt eine große Rolle. Der Handdruck gilt als eine übliche Begrüßung. Ein kräftiges Schulterklopfen wird als Sympathiebekundung wahrgenommen. Eine Umarmung und/oder ein Wangenkuss, welcher auch unter Männern praktiziert wird, bitte nur dann, wenn Sie sich schon länger kennen. Die Frauen werden meistens mit einem Nicken begrüßt. Sie als Frau können gerne die Hand reichen. Diese wird entweder nur geschüttelt, oder sogar geküsst, was allerdings derzeit eher sehr unüblich und bei Frauen unpopulär ist.

Anrede:
In der Russischen Föderation werden, insbesondere ältere und angesehene Personen mit dem Anhängsel „owitsch“ bei den Männern und „owna“ bei den Frauen angesprochen. Die Anrede setzt sich aus der Kombination von dem eigenen Namen und dem Vornamen des Vaters zusammen. In größeren Unternehmen ist der internationale Standard bereits integriert. In den kleineren Unternehmen ist alles bei der alten Struktur geblieben. 

Hierarchie:
Die Unternehmen in der Russischen Föderation sind noch sehr strikt aufgestellt. Der Chef hat das letzte Wort und nur, wenn die Geschäftsentscheidungen über seinen Tisch gegangen sind, hat es Gültigkeit. Die flachen Hierarchien und delegierende Entscheidungsprozesse sind eher selten anzutreffen.

Pünktlichkeit:
Rechnen Sie Verzögerungen bei Ihren Meetings mit ein. Die Pünktlichkeit trifft nicht unbedingt ein, ist jedoch nicht persönlich gemeint. Terminversetzungen sind auch möglich.

Kleidung:
Die Kleidung steht als Symbol für Wohlstand und Macht. Ihre Kleidung soll im Hinblick auf die Qualität und Marke sehr gut überlegt sein.  Mit der Kleidung spiegeln Sie den sozialen und beruflichen Status, sowie Ihren Statussymbol im Allgemeinen aus.

Smalltalk:
Im Allgemeinen sind die Russen ein sehr belesenes Volk. Sie können mit Ihnen über die neuesten Trends, wie z.B. Elektronik, Auto, usw. reden, oder aber auch über Themen wie Wissenschaften, Technik und Kunst, o.Ä.

Verhandeln:
Um unnötige Verhandlungen zu vermeiden, fragen Sie vorab diskret nach den Entscheidern, da es für einen „Außenstehenden“ nicht immer ersichtlich ist. Die Zugeständnisse erfolgen nur dann, wenn eine Gegenleistung von dem Geschäftspartner abgesprochen wurde. Ihre Verhandlungsstärke wird begrüßt und respektiert, da zu hohe Kompromissbereitschaft als schwach für eine langfristige und erfolgreiche Geschäftsbeziehung gilt. Vertrauen Sie auf Ihre Erfahrungen und Ihren gesunden Menschenverstand und hinterfragen Sie lieber zweimal, um Enttäuschungen zu vermeiden, da die Versprechungen in dem russischen Geschäft leicht gemacht werden und zum Teil sehr unrealistisch sind. Die  Annahme von einer anderen Gesichtsfarbe, oder ein kräftiger Schlag auf den Tisch kann schon mal vorkommen. Reagieren Sie nicht über. Bleiben Sie sachlich und der Situation gewachsen. „Wutausbrüche“ sind Teil des russischen Temperaments und eine Machtdemonstration und werden auch als taktisches Instrument eingesetzt, um den Gegenüber zu testen.

Sprache:
Die Geschäftssprache ist Englisch, allerdings sind Sie im Vorteil, wenn Sie Russisch sprechen können bzw. einen Dolmetscher dabei haben.

Gastgeschenke:
Die Gastgeschenke in der Russischen Föderation gelten als Teil des Anstandes. Je länger Sie den Gegenüber kennen, desto sorgfältiger sollte das Geschenk ausgesucht sein. Beispiele wären qualitativ hochwertige Markenprodukte oder exzellenter Single Malt ergänzend mit einer Schachtel hochwertiger Zigarren.

Sonstiges:
Kleine Gefälligkeiten, wie zum Beispiel, ob Sie sich in Deutschland nach interessanten Immobilien umschauen könnten, oder bei den Einreiseformalitäten helfen, sollten Sie nicht ablehnen. Das fördert die Freundschaft und hilft eine vertrauensvolle, geschäftliche Zusammenarbeit aufzubauen. Falls Sie zu einem Geschäfts-Meeting Blumen mitbringen möchten, sollten Sie darauf achten, dass in der Russischen Föderation nur eine ungerade Zahl an Blumen verschenkt wird. Die gerade Zahl kommt nur bei Begräbnissen vor. In vielen Teilen Russlands verbindet die Gesellschaft mit den Farben Schwarz, Gelb und Weiß, sowie mit der Zahl Dreizehn Trauer und Unglück. Positive Farben sind dagegen Rot, Grün und Blau. Als positive Zahlen werden Drei, Sieben und Zwölf angesehen.

Business-Knigge und internationale Kommunikation mit US-Amerikanischen Geschäftspartnern

Welcome to USA!

Herzlich Willkommen in den Vereinigten Staaten!


(Bildquelle: Manhattan - © misu - fotolia.de No. 59626970)

Begrüßung:
Sie begrüßen Ihren Geschäftspartner mit einem kurzen und kräftigen Händedruck. Auf die Frage „How are you?“, antworten Sie stets positiv und niemals ehrlich.

Geschäftsessen:
Ihre europäischen Tischmanieren werden akzeptiert. Das Anpassen kommt natürlich besser an. Das Fleisch oder der Fisch werden in mundgerechte Happen geschnitten und dann mit der Gabel und der rechten Hand gegessen. Die linke Hand bleibt dabei unter dem Tisch im Schoß liegen. Der Alkohol wird eher abgelehnt und ist zum Mittagessen sowieso tabu.

Smalltalk:
In den Vereinigten Staaten ist alles tabu, was schwierig werden könnte, wie zum Beispiel das Thema Religion oder Rasse. Vor allem in der Politik sollten Sie sich vorsichtig bewegen. Kritisieren Sie niemals den Präsidenten, auch wenn Ihr Gegenüber es tut. Das dürfen nur die Amerikaner, keine Ausländer. Die Amerikaner lieben Ihr Land dafür viel zu sehr.

Pünktlichkeit:
Die amerikanischen Geschäftsleute erwarten von Ihnen, dass Sie pünktlich sind. Allerdings halten Sie sich selbst nicht daran.

Termine:
Es ist unhöflich, zu früh zu Terminen zu erscheinen, besonders bei den Abendveranstaltungen. Die Termine für ein Geschäfts-Meeting sollten am Besten nicht auf abends ausgelegt sein, da in den USA abends lange gearbeitet wird und Ihre Geschäftspartner lieber zu ihren Familien nach Hause wollen. Wenn es sich allerdings überhaupt nicht vermeiden lässt, dann laden Sie Ihren Geschäftspartner informell zu einem Barbecue mit der Familie nach Hause ein. Es strahlt bei Ihrem Geschäftspartner Freundlichkeit, Selbstbewusstsein und Optimismus aus.

Komplimente:
Wenn Sie etwas loben, wie zum Beispiel das Büro oder den Blick aus dem Meetingraum, dann soll alles größer und überschwänglicher sein. Also mindestens ein „great“, noch besser „awesome“ sollte drin sein. Zum Aussehen sind Aussagen tabu und könnten sogar als sexuelle Belästigung aufgefasst werden.

Business-Knigge und internationale Kommunikation mit chinesischen Partnern

迎中民国!

Herzlich Willkommen in China!


(Bildquelle: great mall - © zhu difeng - fotolia.de No. 82541847)

Begrüßung:
Der Handschlag ist nicht allzu verbreitet und passiert eigentlich nur dann, wenn Ihr Gegenüber auf einen Europäer eingestellt ist. Eine Umarmung und enger Körperkontakt sind tabu. Meistens werden Sie mit einer leichten Verbeugung begrüßt. Sie sollten die Verbeugung ebenfalls ähnlich tief wie Ihr Gegenüber tun. Wenn die Verbeugung tiefer ist, bedeutet es, dass Sie im Rang unter Ihrem Gegenüber sind. Ist die Verbeugung höher, gilt es als Abwertung. Auch das Kopfnicken, quasi als Andeutung einer Verbeugung bedeutet Herabsetzung. Achten Sie darauf, den Ranghöchsten zuerst zu begrüßen und stets zu lächeln.

Kleidung:
Erscheinen Sie zu einem Geschäfts-Meeting lieber overdressed. Die edle Markenkleidung drückt Wertschätzung aus und wird auch dementsprechend registriert. Ihre Kleidung sollte außerdem dunkle Farben haben. Weiß wird nur auf Beerdigungen getragen.

Geschäftsessen:
Falls Sie eingeladen haben, wundern Sie sich nicht, dass Ihr Geschäftspartner zurückhaltend isst. Chinesen möchten mehrmals aufgefordert werden, zuzuschlagen. Das gilt als höflich. Die Geschäftsverhandlungen werden erst nach dem Essen und vorzugsweise an der Bar geregelt. Das laute Schlürfen während des Essens ist ein Zeichen dafür, dass es Ihnen schmeckt. Die Stäbchen bitte nie in den Reis stecken, denn das symbolisiert den Tod.

Smalltalk:
Häufig wird über Privates gesprochen. Die Fragen nach Ihrer Familie, den Kindern, nach dem Gehalt sind nicht unüblich. Außerdem erkundigen sich die chinesischen Geschäftsleute nach dem Hotel. Ein besseres Hotel wertet Sie auf.

Körpersprache:
Lassen Sie Ihre Arme nah am Körper und machen Sie möglichst ruhige Gesten. Versuchen Sie leise zu sprechen, allerdings nicht zu flüstern. Wer in China laut spricht, verliert sein Gesicht.

Gastgeschenke:
Häufig werden Pralinen oder Süßigkeiten mitgebracht. Wenn Sie Ihre Geschäftsbeziehung sehr schätzen, dann sollten Sie auf edle Markenwaren nicht verzichten.

Sonstiges:
Das Mitbringen von Blumen gilt als Unglücksbote und Beleidigung. Aus diesem Grund vergessen Sie die Blumen in China.
In China wird die Zahl Vier als Unglückszahl interpretiert. Die Zahl Acht ist dagegen eine Glückszahl.

Weiterführende Seminare:

0402 Seminar: Interkulturelle Kompetenz im B2B-Kundenkontakt.